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Winterdienst

Ziel und Aufgaben

Eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur ist sowohl für den einzelnen Bürger als auch für die Volkswirtschaft eines jeden Landes von existenzieller Bedeutung. Winterliche Witterungsverhältnisse können die Funktionsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur jedoch wesentlich einschränken und somit einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden (beispielsweise durch Unfälle oder Zeitverluste) hervorrufen. Ziel ist es daher, mit Hilfe des Winterdienstes zum einen die Verkehrssicherheit und zum anderen den Verkehrsfluss so weit wie möglich aufrechtzuhalten. [2] Konkret bedeutet dies insbesondere die Vermeidung von Glättebildung sowie die Beseitigung von Eis und Schnee.

Maßnahmen

Die Schneeräumung ist die mechanische Beseitigung von Schnee auf Verkehrsflächen. [3]

Für die Räumung kommen unterschiedliche Techniken in Frage: Falls der Schnee noch sehr locker und die Niederschlagsmenge gering ist, kann der Schnee mit einem Besen oder einer Kehrmaschine beseitigt werden. Für kleine Flächen erfolgt die Schneeräumung mit einer Schneeschaufel, einem Schneeschieber, einer Schneewanne oder einer Schneehexe manuell. Falls dies nicht ausreicht, insbesondere bei größeren Schneehöhen und zu räumenden Flächen, kommen motorbetriebene Geräte zum Einsatz, namentlich Schneefräsen und Schneepflüge, daneben werden auch Besen und Gebläse verwendet. Vom Schneepflug am Rand aufgeworfene Schneewälle werden mit der Seitenschneeschleuder in die angrenzende Landschaft geworfen oder auf LKW verladen.

Um die Sichtbarkeit der Straße bei großen Neuschneemengen zu verbessern oder gar zu ermöglichen, werden Schneezeichen zur Winterzeit aufgestellt.

Schwarzräumung bedeutet, dass die Fahrbahn nahezu vollständig von Schnee und Eis befreit wird. Dieses Verfahren ist sehr zeit- und kostenintensiv.

Bei der Weißräumung wird der Neuschnee zur Seite geschoben und der restliche Schnee festgefahren, sodass er eine feste Decke bildet. In diese Schneedecke kann dann (vor allem bei Schneeglätte) Splitt gestreut werden, um die Griffigkeit zu verbessern. Beim Aufbringen des Streugutes mit Hilfe des Streugerätes stellen Streudichte und Streubild wichtige Parameter dar. Dieses Verfahren ist kostengünstiger als die Schwarzräumung und wurde ursprünglich nur im alpinen Raum, insbesondere auf Nebenstrecken, angewandt, aus Kosten- und Umweltgründen inzwischen auch außerhalb der Alpenländer.

Streuen

Streumittel sind gewöhnlich Sand, Granulat oder Auftausalz, heute kaum mehr gebräuchlich ist Asche. Des Weiteren kommen Taumittel zum Einsatz. Bei Glätte wird Splitt, Salz, oder Splitt-Salz-Gemisch mit Streugeräten aufgebracht. Seit den 1980er Jahren wird überwiegend Feuchtsalz (FS) angewandt. Dabei wird Auftausalz (NaCl, CaCl 2, MgCl 2) unmittelbar vor dem Ausbringen (meist auf dem Streuteller) mit Sole (Salzlösung) befeuchtet. Dadurch verringern sich die Salzverluste durch Verwehung. Die damit erzielbare Salzeinsparung wird mit 20–30 % beziffert. In Abhängigkeit von der zugegebenen Solemenge wird das zum Einsatz kommende Verfahren benannt, durchgesetzt hat sich das Verfahren FS 30 (30 % Sole und 70 % Salz). Reine Sole wird in Deutschland bisher kaum angewandt.

Auftausalz gilt als umstritten. Es begünstigt die Korrosion von Fahrzeugen, Stahlträgern und Betonbauteilen [4] und schadet Tieren. So können Hunde und Katzen durch das Auftausalz Reizungen an den Pfoten und Augenerkrankungen bekommen. Auch Hecken können bei ungünstigen Verhältnissen geschädigt werden. In vielen Kommunen ist die Verwendung von Auftausalz nur unter Bedingungen (besondere Rutschgefahr oder an Steigungen) erlaubt.